„Licht und Finsternis“

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Der Urfaust-Zyklus

Goethes Faust ist Weltliteratur, die Figuren des Doktor Faustus, Mephisto und Gretchen sind Paraderollen für Schauspielende. Mueller-Stahl wurde der Urfaust, Goethes erste fragmentarische Fassung des Stoffs, an dem der Dichter von 1774 bis zu seinem Tod arbeitete, tatsächlich angeboten. Wegen bestehender Verpflichtungen konnte er jedoch nicht annehmen. Den Text lernte er dennoch und dieser wurde ihm zu einer wichtigen Bezugsquelle. In seinem Zyklus von Lithografien aus dem Jahr 2003 widmet sich Mueller-Stahl Goethes Urfaust ohne die Handlung streng abzubilden. Es sind vielmehr Schlüsselmomente und Motive, die das Grundthema des Faust-Stoffs behandeln: den Drang nach Wissen, Erkenntnis und Macht.

Die Technik der Lithografie erlaubte Mueller-Stahl ein zeichnerisch-impulsives Vorgehen wie bei seinen Zeichnungen. Parallel zu den Druckgrafiken entstanden auch Gemälde. Sie zeigen eindringlich die Tiefe der geistigen und künstlerischen Auseinandersetzung des Malers und Schauspielers mit existenziellen Fragen.

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