Mythos Wald

Das Flüstern der Blätter

25.6. bis 31.10.2022

Anna Gaskell, ohne Titel (A short Story of Happenstance), 2003, Cibachrome. Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg © Anna Gaskell, courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

Um wenige Orte ranken sich so viele Mythen und Erzählungen wie um den Wald. Gerade in Deutschland ist der Wald ein hochaufgeladener Bedeutungsraum. Spätestens seit der Romantik wurde er zum deutschen Nationalmythos verklärt. Gleichzeitig ist der Wald ein zentrales biologisches und ökologisches System, dessen Verletzlichkeit sich seit dem großen Waldsterben in den 1980er Jahren ins Bewusstsein der Menschen eingebrannt hat. Heute wird der Wald durch Abholzungen zum Autobahnbau oder Steinkohleabbau bedroht und zum Schutz von zahlreichen Aktivistinnen und Aktivisten besetzt.

Diese existentielle Verbundenheit des Menschen schlägt sich auch in der Kunst nieder - ob geheimnisvoll und finster oder friedvoll und kraftspendend. Die Ausstellung schlägt die Brücke von Darstellungen um 1900 bis hin zu raumgreifenden zeitgenössischen Installationen und macht den Wald als einen Ort erfahrbar, der zugleich Mythos und Motiv, Projektionsfläche und Paradies ist.

Den Ausgangspunkt der umfangreichen Themen-Ausstellung bildet erneut die breitgefächerte Sammlung der Kunsthalle Emden. Hier sind frühe Beispiele von Christian Rohlfs, Gabriele Münter oder Lovis Corinth zu finden, genauso wie Werke von Per Kirkeby, Jörg Immendorff und Gunter Damisch. Doch auch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler der Sammlung wie Miriam Cahn und Daniel Gustav Cramer greifen Wald und Bäume in ihren Arbeiten auf. Hinzu kommt eine große Zahl an Leihgaben. Vertreten sind unter anderem David Claerbout, Peter Doig, Anna Gaskell, Katharina Grosse, Alex Katz, Fabian Knecht, Robert Longo, Paula Modersohn-Becker, Otto Mueller, Andreas Mühe, Mariele Neudecker, Hans op de Beek, Giuseppe Penone, Michael Sailstorfer, Oskar Schlemmer oder Brigitte Waldach.

Der Ausstellungskatalog stellt den Kunstwerken Gedichte von unter anderem Heinrich Heine, Auguste Kurs, Joseph von Eichendorff oder Erich Kästner zur Seite, und fügt mit diesem Hinweis auf die kulturelle Bedeutung des „Mythos Wald“ eine weitere Perspektive hin.

Abbildung: Anna Gaskell, ohne Titel (A short Story of Happenstance), 2003, Cibachrome. Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg © Anna Gaskell, courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

Kooperation mit ndr kultur

Unser Kulturpartner ndr kultur lädt zu einem musikalischen Waldspaziergang ein: hören Sie hier "Philipps Playlist" mit dem populären Moderator und Musiker Philipp Schmid (35 min.). Im Rahmen der Aktion "Wünsch Dir Deinen ndr" werden Julia Westlake und Philipp Schmid im September die Ausstellung besuchen und Beiträge für ndr TV und Hörfunk produzieren.

Im Bücherpodcast "Land in Sicht" sprechen Lisa Kreißler und Juliane Bergmann darüber, warum wir Menschen den Wald so lieben, uns Bücher über den Wald faszinieren, wir ihn aber trotzdem nicht gut behandeln Und sie geben natürlich Lese-Tipps!

 

Playlist Pop, Rock, Indie

Eine Playlist auf Spotify enthält Songs rund um das Thema Wald aus Pop-, Rock- und Indie-Musik. Tipps und Ergänzungs-Wünsche unserer Gäste sind herzlich willkommmen! 

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung

Darren Almond ∙ Dieter Appelt ∙ Armando ∙ Anna und Bernhard Blume ∙ Persijn Broersen & Margit Lukács ∙ Miriam Cahn ∙ David Claerbout ∙ Lovis Corinth ∙ Daniel Gustav Cramer ∙ Gunter Damisch ∙ Peter Doig ∙ Sven Drühl ∙ Anna Gaskell ∙ Ori Gersht ∙ Katharina Grosse ∙ Jörg Immendorff ∙ Alex Katz ∙ William Kentridge ∙ Per Kirkeby ∙ Julian Klein von Diepold ∙ Fabian Knecht ∙ Alicja Kwade ∙ André Lhote ∙ Giuseppe Licari ∙ Robert Longo ∙ Otto Modersohn ∙ Paula Modersohn-Becker ∙ Otto Mueller ∙ Andreas Mühe ∙ Gabriele Münter ∙ David Nash ∙ Mariele Neudecker ∙ Hans Op de Beeck ∙ Giuseppe Penone ∙ Bettina Pousttchi ∙ Jorma Puranen ∙ Christian Rohlfs ∙ Ernst Sagewka ∙ Michael Sailstorfer ∙ Oskar Schlemmer ∙ Karl Schmidt-Rottluff ∙ David Schnell ∙ Doug & Mike Starn ∙ Stepanek & Maslin ∙ Max Uhlig ∙ Mariana Vassileva ∙ Brigitte Waldach

Werke (Auswahl)

Robert Longo, Ohne Titel (hercynian), (Triptychon), 2011, Kohle auf Papier.Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg. © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, courtesy Galerie Hans Mayer, Düsseldorf
Robert Longo, Ohne Titel (hercynian), (Triptychon), 2011, Kohle auf Papier.Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg. © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, courtesy Galerie Hans Mayer, Düsseldorf
Andreas Mühe, Gespensterwald (aus der Serie: Neue Romantik), 2015, Tintenstrahldruck. Sammlung Wemhöner © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Andreas Mühe, Gespensterwald (aus der Serie: Neue Romantik), 2015, Tintenstrahldruck. Sammlung Wemhöner © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Otto Modersohn, Frühling, 1933/34, Öl auf Pappe. Kunsthalle Emden
Otto Modersohn, Frühling, 1933/34, Öl auf Pappe. Kunsthalle Emden
David Nash, Multi-Cut Column, 1999, Ulmenholz. Kunsthalle Emden (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
David Nash, Multi-Cut Column, 1999, Ulmenholz. Kunsthalle Emden (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022
David Claerbout, Wildfire (meditation on fire), 2019–2020,  (Still), 1-Kanal-Videoprojektion © Courtesy der Künstler und die Galerien Esther Schipper, Rüdiger Schöttle, Sean Kelly, Pedro Cera und Annet Gelink
David Claerbout, Wildfire (meditation on fire), 2019–2020, (Still), 1-Kanal-Videoprojektion © Courtesy der Künstler und die Galerien Esther Schipper, Rüdiger Schöttle, Sean Kelly, Pedro Cera und Annet Gelink
Otto Mueller, Waldlandschaft (verso/recto: Otto Mueller, Zigeunerkind im Dorf, 1921), 1921, Leimfarbe auf Rupfen. Privatsammlung Süddeutschland
Otto Mueller, Waldlandschaft (verso/recto: Otto Mueller, Zigeunerkind im Dorf, 1921), 1921, Leimfarbe auf Rupfen. Privatsammlung Süddeutschland
Gabriele Münter, Herbstbäume bei Tutzing, 1908, Öl auf Karton. Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Gabriele Münter, Herbstbäume bei Tutzing, 1908, Öl auf Karton. Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Mariele Neudecker, I don't know how I resisted the urge to run, 1998, mixed media. Privatsammlung Johannes Becker © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Mariele Neudecker, I don't know how I resisted the urge to run, 1998, mixed media. Privatsammlung Johannes Becker © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Stepanek & Maslin, Ohne Titel, 1993, Öl auf Leinwand. Sammlung Norddeutsche Landesbank © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Stepanek & Maslin, Ohne Titel, 1993, Öl auf Leinwand. Sammlung Norddeutsche Landesbank © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Daniel Gustav Cramer, Untitled (Woodland #40), 2002-2005, Fotografie. Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Daniel Gustav Cramer, Untitled (Woodland #40), 2002-2005, Fotografie. Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Anna Gaskell, ohne Titel (A short Story of Happenstance), 2003, Cibachrome. Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg © Anna Gaskell, courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne
Anna Gaskell, ohne Titel (A short Story of Happenstance), 2003, Cibachrome. Sammlung Stiftung Kunst und Natur, Bad Homburg © Anna Gaskell, courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

Die Kunsthalle Emden wird gefördert von

Stadt Emden
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Die Ausstellung wird gefördert von

Der Katalog wird gefördert von

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Lüttje Kunst (4 bis 6 Jahre). Nach Anmeldung kommen Kinder dieser Altersgruppe ein mal pro Woche in die Malschule und probieren sich und viele künstlerische Techniken aus.

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Lüttje Kunst für Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahre. Nach Anmeldung kommen Kinder dieser Altersgruppe ein mal pro Woche in die Malschule und probieren sich und viele künstlerische Techniken aus. Kosten: 23 Euro pro Monat inklusive Material.

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Provenienzforscherin und Kuratorin Dr. Katharina Rüppell gibt spannende Einblicke in ihre Arbeit.

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