In den Werken von Christof Mascher gibt es viel zu entdecken. Nicht nur der Titel seines Gemäldes „A Bean Dance Tapestry“ – etwa „Eine Bohnentanztapete“ – klingt fantasievoll, auch der Bildaufbau mit seinen vielen Ebenen lädt uns zum Flanieren durch mystisch-geheimnisvolle Welten ein. Da entdeckt man Landschaften mit Bäumen, die in abstrakte Flächen übergehen; Wege, die sich nach unten durchs Bild schlängeln; Häuser und Räume, mal plastisch, mal flach wie Kulissen. Nicht von ungefähr erinnert das Gemälde an alte Bühnenbilder oder an Jahrmarktsarchitekturen. Aber Christof Mascher ist beileibe kein Nostalgiker – er hat seine ersten künstlerischen Erfahrungen in der Hannoveraner Sprayerszene gesammelt, was vielleicht in den abstrakten Zeichen in der mittleren Ebene oder in der herunterlaufenden Farbe im unteren Bereich anklingt. Neben diesen Inspirationsquellen hat sich Mascher viel mit expressiver und expressionistischer Kunst auseinandergesetzt – etwa mit Hieronymus Bosch und Ernst Ludwig Kirchner.
Christof Mascher trägt seine Farben dünn lasierend auf, so dass das Bild von oben nach unten aus mehreren Schichten aufgebaut ist. Wer genau hinsieht, entdeckt immer wieder Partien, die gerade so weit übermalt sind, dass das Darunterliegende noch durchschimmert. Im Malprozess spielt er zudem vielfach mit Zufall und Berechnung – abstrakte, amorphe Flächen werden konturiert und es entstehen gegenständliche Gebilde, die wie im Traum aufscheinen, verfließen und sich wieder auflösen. Zum träumerischen Charakter dieser Formen passt auch Maschers charakteristische, in anderen Arbeiten wiederkehrende Farbwahl – es dominieren Blau-, Grün, Türkis- und Erdtöne.