Ein faszinierender Sog geht von diesem Gemälde des norddeutschen Malers Heiner Altmeppen aus.
Dr. Nils Ohlsen: "Die "Norddeutsche Landschaft" von Heiner Altmeppen ist wirklich ein Besuchermagnet hier bei uns im Haus. Das liegt sicherlich an der altmeisterlichen Technik. Dieser Maler malt so wie die Meister der Delfter Feinmalerei im 17. Jahrhundert: Jeder Grashalm, jede Nuance einer Wolke, jedes kleinste Pflänzchen ist hier exakt gemalt. Jeden Tag entstehen wenige Quadratzentimeter eines solchen großen Gemäldes. Aber das ist es sicherlich nicht allein. Es ist natürlich auch das Motiv: Die Besucher, die hier zu uns kommen, sind vorher mit dem Auto hierhergefahren, haben eine ganz ähnliche Landschaft vielleicht gerade draußen gesehen und entdecken das dann hier nun wieder. Zum anderen gibt es dann aber auch plötzlich irritierende Momente. Wir sehen in dem ganzen Bild keinen einzigen Menschen, kein Lebewesen... und erst ganz hinten am Horizont, wo das Auge natürlich automatisch hinwandert, entdecken wir Gebäude oder eine Stadt, die so gar nicht aussieht, wie eine Stadt hier in der Region. Das sind futuristische Gebäude dort, Gebäude, die an Science Fiction Filme fast erinnern, und das hat plötzlich etwas Bedrohliches. Gerade wenn der Betrachter eigentlich meint, alles wiederzuerkennen und sich sozusagen zu Hause zu fühlen im Bild, sind solche Fremdkörper dann besonders irritierend.
Und das ist dieses sensible Spiel, das dieser realistische Maler in seiner Kunst immer wieder betreibt: unsere Erwartung plötzlich zu brechen und Elemente einzufügen, die wir gar nicht erwarten und uns so dazu bringen, über unsere Umwelt und über das nachzudenken, wie wir mit unserer Welt umgehen, also es ist im Grunde auch ein sozialkritisches Bild, bei aller Schönheit, bei aller sommerlichen Heiterkeit, die dieses Bild auf den ersten Blick auszustrahlen scheint."