Filmreihe zur Ausstellung, 28.03.2026, 11.00 Uhr
Gemeinsam mit dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney präsentiert die Kunsthalle Emden im vhs Forum ausgewählte Filme mit Armin Mueller-Stahl. Jede Vorführung beginnt mit einer Einführung von Festivalleiter Edzard Wagenaar. Auszüge eines Gesprächs der Bremer Kulturjournalistin Hilke Theessen mit dem Schauspieler geben Einblicke in das persönliche Wirken und Denken von Armin Mueller-Stahl.
Music Box, USA 1989, Regie: Constantin Costa-Gavras, 124 Min, FSK 12
Ort: vhs Forum, An der Berufsschule 3, 26721 Emden
Eintritt: Der Film-Eintritt von 10 € berechtigt zugleich zum Besuch der Ausstellung in der Kunsthalle Emden. Bitte tauschen Sie das Film-Ticket an der Museumskasse gegen eine Eintrittskarte.
„Music Box – Die ganze Wahrheit“ ist der Titel eines US-amerikanischen Politthrillers aus dem Jahr 1989. Grundlage für den Film des Filmregisseurs und Drehbuchautors Constantin Costa-Gavras soll der Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk in Israel gewesen sein.
„Eine einfühlsam erzählte Familientragödie um die schmerzliche Erkenntnis, dass der Mensch, den man liebt, eine ‚Bestie‘ ist. Bis in die Nebenrollen hinein hervorragend interpretiert, wirft der Film Fragen von Schuld und Reue auf, ohne sich in Sentimentalitäten zu verlieren,“ urteilt das Lexikon des internationalen Films.
Zur Handlung: Ann Talbot (Jessica Lange) ist erfolgreiche Rechtsanwältin und Tochter des nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA eingewanderten Ungarn Mike Laszlo (Armin Mueller-Stahl), der plötzlich mit dem Vorwurf konfrontiert wird, während des Krieges in Budapest in einer faschistischen Spezialeinheit Juden und Roma gequält und ermordet zu haben. Ann übernimmt den Fall. Obwohl der Staatsanwalt ihren Vater als "das Böse in Menschengestalt" schildert, glaubt sie fest an eine Verwechslung oder ein Komplott. Doch langsam bekommt das Bild von Laszlo erste Risse. Ann will die ganze Wahrheit herausfinden und findet in einer alten Spieldose Fotos, die den endgültigen Beweis für die Schuld ihres Vaters liefert.
Der Film wagt anhand der Vater-Tochter-Beziehung eine Analyse der Verdrängungsmechanismen und des Bösen im Menschen. Dabei ist die Psychologisierung der Handlung ungeheuer authentisch. Durch die darstellerische Kraft von Lange und Mueller-Stahl wird ein grandioses Drehbuch eindringlich vitalisiert. Ein entwaffnender, grausam offener Film über die Abgründe des Menschseins. Constantin Costa-Gavras erhielt für das eindringliche Drama einen Goldenen Bären bei der Berlinale 1990. Jessica Lange wurde für ihre Darstellung für den Golden Globe Award und den Oscar nominiert.
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