GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN

Schrift als Kunst - Kunst als Schrift

15. August 2026 bis 28. Februar 2027

Thomas Scheibitz, aus: Studie Alphabet, 2017–2019, 26-teilig, Vinyl und Pigmentmarker auf Leinwand, von 40 × 30 cm bis 50 × 70 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN

Buchstaben, Worte, Sätze: In der zeitgenössischen Malerei tragen sie nicht nur wörtliche Bedeutung, sondern können zum eigenständigen Bildmotiv werden. Die Kunsthalle Emden widmet diesem Spannungsfeld eine neue Ausstellung: GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN (15. August 2026 – 28. Februar 2027) versammelt rund zwanzig Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und fragt, wie Schrift im Bild wirkt: Was fügt sie dem Werk hinzu, wie wird sie gestalterisch bearbeitet? Kann Schrift uns etwas mitteilen, das sich allein in Worten nicht fassen lässt?

Schrift im Bild ist spätestens seit der klassischen Moderne ein kunsthistorisches Thema. Die Dada-Bewegung setzte hierfür wegweisende Impulse; auch in späteren Strömungen wie dem Neoexpressionismus und den Neuen Wilden - beides Sammlungsschwerpunkte der Kunsthalle Emden – wird Schrift zum elementaren Bestandteil des Bildes. In den versammelten Werken begegnet sie uns in vielfältigen Formen: als Zitat, als ergänzendes Element oder als eigentliches Hauptmotiv. Stets steht die gestalterische Formgebung in produktiver Spannung zum wörtlichen, sprachlichen oder symbolischen Gehalt. Die Bearbeitung und Verfremdung der Schrift wird zur künstlerischen Entscheidung.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Graffiti-Writerinnen und Writern, die die Künstlerin MadC als Co-Kuratorin ausgewählt hat. Diese Werke machen deutlich, dass die Schrift als gestalterisches und künstlerisches Mittel nicht nur in der modernen und zeitgenössischen Malerei, sondern ebenso im Graffiti ihre volle Wirkung entfaltet.

Seit den 1970er Jahren hat sich Graffiti, ausgehend von den Metropolen, zu einer weltweiten Subkultur entwickelt. Politische, gesellschaftliche, religiöse und soziologische Themen finden hier ebenso Ausdruck wie die künstlerische Gestaltung des eigenen Namens. Durch die kreative Überformung von Schrift entstehen Werke, die den urbanen Raum prägen. Kaum eine andere Kunstform hat das Erscheinungsbild moderner Städte so nachhaltig beeinflusst.

Lesbarkeit, Formgebung und die Spannung zwischen Zeichen und Bedeutung sind Fragen, die sich im Graffiti ebenso stellen wie in der zeitgenössischen Kunst. Mitunter folgen die gezeigten Werke einer Bildlogik, die dem Graffiti nahesteht, mitunter beziehen sie bewusst Gegenposition. Die Ausstellung eröffnet so einen vielschichtigen Dialog zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen und Ausdrucksformen.

Anlass der Ausstellung ist das von der Stadt Emden organisierte Event Hit the Trog vom 14. bis 16. August: An der sogenannten Trogstrecke,  einer belebten Verkehrsachse im Herzen Emdens, wird eine zusammenhängende Wandfläche von 2.300 m² für mehr als 70 internationale Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler freigegeben. Die entstehenden Werke sollen dauerhaft sichtbar bleiben und den Trog als Kulturort in der Stadt etablieren.

Eröffnung:  Die Ausstellung wird am Samstag, 15. August 2026, um 20 Uhr eröffnet.

Eine Woche zuvor stimmt die Emder Museumsnacht am 8. August 2026 von 17 bis 24 Uhr mit einem eigenen Programm auf die Schau ein, in diesem Jahr unter dem Motto der vier Elemente des HipHop: DJing – das Auflegen und kreative Bearbeiten von Musik, MCing (Rap) – rhythmisches Sprechen und Reimen über Beats, Breaking bzw. Breakdance – der charakteristische Tanzstil, und Graffiti Writing – die gestaltete Schrift und bildliche Kunst im öffentlichen Raum.

Der Ausstellungstitel GROSSE BUCHSTABEN, GRELLE FARBEN ist ein Zitat aus dem Song „Füchse" der Absoluten Beginner feat. Samy Deluxe (auf: Bambule, 1998).

Abbildung: Thomas Scheibitz, aus: Studie Alphabet, 2017–2019, 26-teilig, Vinyl und Pigmentmarker auf Leinwand, von 40 × 30 cm bis 50 × 70 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Die Ausstellung wird gefördert von

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