Henri Nannen

Die Kunsthalle in Emden ist untrennbar mit dem Namen Nannen verbunden. Henri Nannen wurde 1913 als Sohn eines Polizeibeamten in Emden geboren und besuchte hier das humanistische Gymnasium.
Es folgten eine einjährige Lehre zum Buchhändler, dann ein Studium der Kunstgeschichte an der Münchner Universität. In den 30er Jahren begann er mit der journalistischen Arbeit. Nach dem Krieg, den Nannen als Leutnant der Reserve bei der Luftwaffe beendete, setzte er seine journalistische Tätigkeit fort: die „Hannnoverschen Neuesten Nachrichten”, die Tageszeitung „Abendpost”, die Jugendzeitschrift „Zickzack” markierten den Weg, der in der Gründung des Magazins „Stern” gipfelte. Die erste Ausgabe erschien am 1. August 1948.

In den 33 Jahren als Chefredakteur machte Nannen den „Stern” zum größten Magazin Deutschlands, zeitweise sogar der Welt. In seinem Nachruf kennzeichnet Gerd Schulte-Hillen Henri Nannen mit den Worten „Ein Berserker, ein Mensch voller Lebensfreude und Tatendrang, ein Genießer und Charmeur, ein Vollblutjournalist, ein Chefredakteur und Sklaventreiber, ein Mensch!” Bis 1980 blieb Nannen an der Spitze des Blattes. Während all dieser Jahre sammelte er weiterhin Kunst und trug eine sehr persönliche Kollektion mit Werken der Klassischen Moderne zusammen. Dabei folgte er nicht einem Konzept sondern einzig der Leidenschaft und Liebe zur Kunst. Er sagte dazu: „Ich habe immer nur gesammelt, was Lust in mir erweckt hat – oder, was mich bis unter die Haut schmerzte – was mich freute, aber auch wütend machte. Wie könnte Lust entstehen ohne den Rausch der Farben, wie könnte etwas Gefühls- und Denkanstöße vermitteln, was nicht auch ´anstößig´ ist?”

Henri Nannen und seine spätere Ehefrau Eske haben den Bau des Museums von Anfang an gemeinsam betrieben. Henri Nannen stiftete nicht nur seine Kunstsammlung, sondern baute mit ausdrücklicher  Zustimmung seiner Familie unter Einsatz seines gesamten Vermögens und mit der Hilfe vieler Spender und Förderer ein Museum in der gemeinsamen Heimatstadt.  Eske Nannen ist seither nicht nur als Geschäftsführerin der Kunsthalle tätig, sondern kümmert sich auch geschäftsführend um den Kunstverein Ludolf Backhuysen-Gesellschaft, der später mit den Freunden der Kunsthalle e.V. fusionierte, um die Malschule und um den Museums-Shop. Nannen wurde für seine Verdienste um das kulturelle Leben in seiner Heimat mehrfach ausgezeichnet: mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Emden, mit dem Niedersachsen-Preis, dem Großen Bundesverdienstkreuz und mit dem Maecenas-Preis des Arbeitskreises selbständiger Kulturinstitute. Henri Nannen starb am 13. Oktober 1996.

Vita

geboren: 25.12.1913
Ort: Emden
verstorben: 13.10.1996
Ort: Hannover