RADZIWILL UND DIE GEGENWART

22.9.2018 bis 13.1.2019

Am 22. September beginnt die Ausstellung “Radziwill und die Gegenwart” mit der Eröffnung um 12 Uhr im Atrium, Festredner ist Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kunst. In der Woche vom 17. bis 21. September bleibt die Kunsthalle wegen des Ausstellungswechsels geschlossen, nur der Shop ist zugänglich.

„Nur Spezialisten wissen, wie und warum Technik (…) funktioniert. Hier nun liegt das Unheimliche, ja das Spukhafte und Erregende, das unser Tun und Leben beeindruckt, bedrängt. Dieses Bedrängtsein, das sich bis zur Angst zu steigern vermag, ist sehr ausgeprägt, das Wesen unserer Zeit. Darum fordert die Technik einen Ausgleich, den geistigen Raum, damit mit der Technik das Menschliche und somit der Mensch herrscht.“ (Franz Radziwill, 1895 – 1983)

Die technischen Errungenschaften der Moderne faszinierten und schreckten den Maler Radziwill zugleich. Diese Ambivalenz war treibende Kraft in seinem künstlerischen Schaffen, und ist nicht allein technikfeindlich zu deuten: den Maler beschäftigt vielmehr das Problem, ob und wie die Menschheit mit dem technischen Fortschritt geistig mithalten kann. Seine Motive sind Schiffe, U-Boote, Kran-Anlagen, Deiche, Flugzeuge, Telegrafenmasten und die über Jahrhunderte vom Menschen bewohnbar gemachte ländliche Kulturlandschaft am Meer. Doch zunehmend werden die Lichtstimmungen unter dem weiten norddeutschen Himmel unwirklich: phantastische Geschöpfe und Himmelskörper lassen an Hieronymus Boschs apokalyptische Visionen denken.

In der Gegenüberstellung mit Werken der zeitgenössischen Kunst wird deutlich, dass Radziwills Fragestellungen sich in der Gegenwart wiederfinden. Vor dem Hintergrund der sich immer rasanter entwickelnden technischen Möglichkeiten spürt die Ausstellung Faszination und Schrecken des Fortschritts nach.

Abbildung oben: Franz Radziwill, Wilhelmshaven / Werft in Wilhelmshaven, 1928, Öl/Lwd./Sperrholz, 95 × 115 cm (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit Texten und Abbildungen sämtlicher Ausstellungsstücke, Preis an der Museumskasse 24,90 €, Rabatt 30 % für  Mitglieder der Freunde der Kunsthalle e.V. 

Buchung von individuellen Führungen: über die Ausstellung über die Abteilung kunst aktiv/Museumspädagogik, Online-Tickets hier.

Begleitprogramm

Vortrag „Franz Radziwill – Annäherung an eine Biographie“ 
Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts hat in der Entwicklung und im Schaffen von Franz Radziwill sichtbare Spuren hinterlassen.  Prof. em. Eberhard Schmidt schreibt die erste umfassende Biographie über Franz Radziwill, die spätestens zu dessen 125. Geburtstag in 2020 erscheinen soll. Sein Vortrag gibt einen ersten Einblick.
Samstag, 27.10.2018, 16 Uhr im Atrium der Kunsthalle. Eintritt im Museumsticket enthalten, für Freunde der Kunsthalle e.V. gegen Mitgliedsausweis frei.

Film „Konsequent Inkonsequent – Der Maler Franz Radziwill“
Dokumentarfilm von K. Radziwill und G. Rohde-Dahl, D, 60 Min. Konstanze Radziwill, Regisseurin und Autorin, die im Film über Leben und Werk ihres Vaters spricht, ist anwesend.
Dienstag, 13.11.2018, 19 Uhr im VHS Forum, An der Berufsschule 3, Emden. Abendkasse 5 €, für Freunde der Kunsthalle e.V. gegen Mitgliedsausweis frei.

Vortrag „Papa, da hängt ja unser Franz“
Prof. Dr. Dr. Gerd Presler berichtet über persönliche Erlebnisse mit Franz Radizwill und Begebenheiten aus den ersten Jahren der Kunsthalle in Emden. Dienstag, 04.12.2018, 19.30 Uhr im Atrium der Kunsthalle. Eintritt im Museumsticket enthalten, für Freunde der Kunsthalle e.V. frei.

Vortrag „Technische Utopien – utopische Technik”
Eine etwas andere Technikgeschichte.“ Mit Dr. Bernd Flessner, Medien- und Zukunftsforscher am Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen (ZiWiS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Schwerpunkte sind die Zukunft der Medien und die Konvergenz von Technologien.
Samstag, 05.01.2019, 16 Uhr im Atrium der Kunsthalle. Eintritt im Museumsticket enthalten, für Freunde der Kunsthalle e.V. gegen Mitgliedsausweis frei.

Kunstvermittlung mit Virtual Reality und Chatbot

Einzelbesucher*innen können werktags, also Di, Mi, Do und Fr jeweils von 13.30 bis 15.30 Uhr das VR-Angebot zur Ausstellung spontan ausprobieren. Eine Mitarbeiter*in der Abteilung kunst aktiv weist Sie ein und begleitet Ihren Test. Die Gruppen-Nutzung des VR Angebots ist derzeit nur für Schulklassen ab 7. Klassenstufe möglich. Eine darüber hinausgehende Ausweitung für weitere Besucher(gruppen)  ist mittelfristig geplant, erkundigen Sie sich gern danach.

Ganz neu ist ein Chatbot, mit dem Besucher*innen auf dem eigenen Mobiltelefon eine Unterhaltung beginnen und Fragen zur Ausstellung stellen können. Die Teilnahme ist sehr einfach, eine Anleitung liegt an der Kasse bereit.

Wenn Sie Interesse an diesen und anderen Angeboten von kunst aktiv haben, melden Sie sich vormittags zwischen 8 und 13 Uhr unter Tel. 04921 9750-40 und -70, unser Team informiert Sie gern!