Der Traum wurde Wirklichkeit: “The American Dream” schließt als großer Erfolg

27.5.2018

Die große deutsch-niederländische Doppelausstellung “The American Dream – Amerikanischer Realismus 1945-2017” in der Kunsthalle Emden und dem Drents Museum Assen (NL) endete am vergangenen Sonntag mit insgesamt 185.000 Besuchern. Die Kunsthalle Emden zählte 55.000 Gäste seit der Eröffnung durch den damaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am 19. November 2017. Für das große  Mehrspartenmuseum in Assen war es mit 130.000 Besucher sogar die bislang bestbesuchte Kunstausstellung. Das grenzüberschreitende Konzept “eine Ausstellung an zwei Orten” ging für beide Häuser auf.

Eine Premiere für Europa
Die großangelegte Themen-Ausstellung war über vier Jahre hinweg in einem gemeinsamen internationalen Team erarbeitet worden und umfasste etwa 200 realistische Arbeiten von 69 verschiedenen Künstlern, darunter Andy Warhol, Alice Neel, Andrew Wyeth, Edward Hopper und Chuck Close. Das Drents Museum zeigte amerikanische realistische Kunst aus der Zeit von 1945 bis 1965, die Kunsthalle Emden aus dem erheblich längeren Zeitraum von 1965 bis 2017. Es war das erste Mal in Europa, dass zwei Museen auf diese Weise zusammen-gearbeitet haben, um eine gemeinsame Ausstellung, grenzüberschreitend verteilt auf zwei Orte, zu schaffen. Darüber hinaus hat es in Europa noch nie einen so umfassenden Überblick über die amerikanische gegenständliche Kunst der Nachkriegszeit gegeben.

Deutlich mehr ausländische Besucher
Beide Museen verzeichneten während dieser Ausstellung einen starken Anstieg ausländischer Besucher. In der Kunsthalle Emden kamen rund 35 % derGäste aus den Niederlanden, damit viermal so viele wie im Durchschnitt. In Assen kamen rund 3% der Besucher aus Deutschland (ca. 3.900 deutsche Gäste). Das ist fast achtmal so viel, wie das Museum normalerweise in einem ganzen Jahr zählt.

Internationale Medien entdecken die Region
Auch das Experiment zur digitalen Kunstvermittlung vom heimischen PC aus wurde aus europäischen Mitteln ermöglicht und soll über die Ausstellung hinaus fortgesetzt und weiterentwickelt werden. Der Museumsrundgang mit dem Museumsroboter EMMI weckte großes Interesse in der Museumsszene und war mehrfach Gegenstand von Beiträgen und Berichten in Fachmedien. Generell spiegelte die große Medienresonanz auf diese Schau den Publikumserfolg: Von Beiträgen in großen internationalen Kunstzeitmagazinen und Feuilletons, in den TV-Nachrichten und anderen -Sendungen bis hin zu diversen Blogger-Besuchen und merklich gestiegenen Abonnentenzahlen in den social media reicht das Spektrum.

Mit der Schule über die Grenze
Die Ausstellung wurde als ein internationales Kooperationsprojekt, in dem ein intensiver Austausch von Wissen sowohl fachlich, also auch über die Kultur und das Kunstpublikum in beiden Ländern stattfand, durch das INTERREG-Programm unterstützt. Dank dieser Förderung konnten mehr als 1.000 niederländische und deutsche Schüler der Sekundarstufe beide Ausstellungen besuchen. Allein in Emden organisierte die Museumspädagogische Abteilung insgesamt 699 Führungen und Workshops zu dieser Ausstellung.

 Nominierung RegioStars Award
Die gemeinsame Ausstellung der beiden Museen wurde unter der Überschrift “Thema des Jahres 2018: In Kulturerbe investieren” für den RegioStars Award nominiert, eine Auszeichnung, die im Oktober 2018 von der Europäischen Kommission verliehen wird.

Der erfolgreiche Auftakt soll nachhaltig wirken
Während das Gemeinschaftsprojekt in den Häusern noch ausführlich ausgewertet und die Ergebnisse auch für Fachkollegen anderer Instutitonen zugänglich gemacht werden, bereiten beide Museen schon ihre nächsten Ausstellungen vor. Bis zu einem weiteren grenzüberschreitenden Kooperationsprojekt wird es wohl einige Zeit dauern, doch die Museen hoffen, dass sich die neu gewonnenen Gäste aus dem Nachbarland künftig auch für die einzelnen Ausstellungen an beiden Orten interessieren.

So geht es weiter:  

Ab dem 9. Juni in Emden “Stephan Balkenhol” und “Auferstehungen. Meisterwerke aus der Sammlung ”
Ab 17. Juni im Drents Museum Assen: “Iran – Wiege der Zivilisation”
Am 17. Juni wird im Drents Museum die archäologische Ausstellung “Iran – Bakermat van de Beschaving” (Iran – Wiege der Zivilisation)” eröffnet. Die große Ausstellungshalle wird in einen persischen Basar verwandelt. Dort werden rund 200 einzigartige Funde die Geschichte einer der ältesten Zivilisationen der Welt erzählen. Mit diesem Projekt setzt das Drents Museum seine Reihe von besonderen Kooperationen fort: Das Nationalmuseum des Iran in Teheran erteilt sehr selten die Genehmigung für Leihgaben aus der Sammlung.