Anlässlich des 40. Geburtstags präsentiert die Kunsthalle Emden im Atrium eine immersive Lichtinstallation von Mischa Kuball. Die Namen von acht Planeten und einem Stern unseres Sonnensystems werden mittels Lichtschablonen auf verspiegelte Kugeln projiziert. Durch Rotation und Spiegelung zerrissen, verlieren sie ihre eindeutige Zuordnung im Dunkel des Raumes und bilden mit ihren Reflexionen eine ganz eigene Galaxie. Mars, Saturn, Venus, Jupiter und Merkur, Mond, Erde und Sonne gleiten in sanfter Bewegung durch den Raum.
Was entsteht, ist eine Distanz zu allem Irdischen – zum eigenen Ich und zur Realität des Seins. Für die Dauer der Betrachtung wird man fortgetragen in einen fernen Kosmos, der unserer Vorstellung von Unendlichkeit ein Stück möglicher Erreichbarkeit verleiht.
Mit dieser Installation versucht Mischa Kuball das Unfassbare des Universums erfahrbar zu machen und thematisiert die Entwicklung des Menschen zum Erforscher des Alls. Das Licht steht dabei als Symbol für das aufklärerische Denken, das den Menschen seit jeher antreibt.
Die raumbezogene Installation tritt in den Dialog mit der Architektur des Atriums und der Sammlung der Kunsthalle Emden und lädt dazu ein, diese neu zu erfahren.
Mischa Kuball, Konzeptkünstler, geboren 1959 in Düsseldorf, nutzt das Medium Licht seit Jahrzehnten, um architektonische Räume sowie soziale und politische Diskurse zu erforschen. Mit architektonischen Interventionen zeigt er geschichtliche Kontexte auf oder interpretiert das Gewohnte neu.
Kuball war 2007-2026 Professor für Kunst im öffentlichen Raum an der Kunsthochschule für Medien, Köln, und war von 2006 bis 2008 Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung/ZKM, Karlsruhe. Seit 2015 ist er Mitglied der Nordrhein-Wesfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf. 2016 wurde er mit dem Deutschen Lichtpreis ausgezeichnet.