Museumspädagogik-Tagung: Die Museen verändern sich

06.05.2013

Vom 2. bis 4. Mai trafen sich zum zweiten Mal deutschsprachige Kunstvermittler, Künstler und Museumsfachleute in der Kunsthalle Emden zu einer Fachtagung rund um die „Interaktion im Museum“. Die weiteste Anreise hatte Heiderose Hildebrandt, die direkt von ihrem aktuellen Museumsprojekt auf Kuba nach Emden reiste. Hildebrandt gilt seit den 60er Jahren aufgrund ihrer Arbeit in Klagenfurt und Wien als herausragende Wegbereiterin der Museumspädagogik in Österreich. Unter den weiteren Gästen waren Anja Hoffmann (Referentin für Bildung und Vermittlung, LWL-Industriemuseum Dortmund), Susanne Gesser (Historisches Frankfurt/Kuratorin ‚Frankfurt jetzt!‘), Prof. Maria Peters (Institut für Kunstwissenschaft/Kunstpädagogik, Universität Bremen). Prof. Christoph Metzger (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) moderierte die Veranstaltung. Diese zweite Fachtagung zum Thema wurde durch eine Förderung des Staatsministers für Kultur und Medien ermöglicht.

10 Referenten beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven das derzeit in den Museen hochaktuelle Konzept der Interaktion bzw. Partizipation im Museum. Zentrale Frage war, wie weit die Teilhabe gehen kann und welche Folgen dies für die Museen hat. Die Aufgabe vertrauter Rollen und Hierarchien, das ergebnisoffene Arbeiten auf Augenhöhe und die Notwendigkeit permanenter Weiterentwicklung stellen Herausforderungen für die althergebrachten Museumsstrukturen dar. Wenngleich es keinen Konsens darüber gab, welche Auswirkungen die veränderte Haltung für die Museen haben wird, waren sich die Teilnehmer doch darüber einig, dass die Museen sich zweifellos zukünftig verändern werden. Besonders Industrie- oder Geschichtsmuseen hätten die Beteiligung der Bürger und Besucher von jeher sehr ernst genommen und seien den Kunstmuseen damit weit voraus. Claudia Ohmert, Museumspädagogin der Kunsthalle Emden und Ausrichterin der Tagung, freute sich besonders darüber, dass ihr Haus von den Teilnehmern wie den Referenten in diesem Punkt als sehr fortschrittlich wahrgenommen wurde. So sagte Heiderose Hildebrand in ihrer Einleitung: „irgendwie wusste ich schon immer, dass die Kunsthalle Emden ein besonderer Ort ist – ich kann nur nicht sagen, ob es die Bildungsarbeit oder die Sammlung des Museums ist, von der ich immer wieder gehört habe.“

Claudia Ohmert beabsichtigt, die Tagungsreihe fortzusetzen, voraussichtlich im Jahr 2015: „Ich würde es sehr schön finden, wenn wir hier oben im Norden einen Ort schaffen könnten, an dem regelmäßig über aktuelle Vermittlungsfragen diskutiert würde.“ Auch die diesjährige Tagung wird wieder in einer Publikation dokumentiert, die in voraussichtlich zwei Monaten erscheinen soll. Der Tagungsband zur ersten Tagung in 2012 ist ebenfalls weiterhin erhältlich. Information: Museumspädagogik der Kunsthalle Emden, Telefon (0 49 21) 97 50 70,