Kunsthalle trauert um Professor Otto van de Loo

23.04.2015

Der engagierte Galerist und Kunstsammler Professor Otto van de Loo verstarb am 19. April 2015 im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in München. Eske Nannen erhielt die traurige Nachricht in Italien, wo sie zurzeit eine Reisegruppe der Freunde der Kunsthalle begleitet. “Ich bin sehr traurig und zutiefst dankbar für seine großartige Schenkung, seine Großzügigkeit und seine langjährige persönliche Freundschaft”.

Auch der Stiftungsvorstand, Stiftungsrat und das gesamte Team der Kunsthalle sind sehr betroffen und traurig. “Wir haben einen großen Förderer und Unterstützer verloren, der unsere Arbeit beinahe zwanzig Jahre lang intensiv begleitet und bereichert hat, auch wenn er uns wegen seiner angegriffenen Gesundheit nicht mehr besuchen konnte. Es gab rege Kontakte und einen konstruktiven Austausch”, so Dr. Folkert Hinrichs, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo.

1997 machte Otto van de Loo eine großzügige Schenkung von rund 200 Werken von Künstlern des Informel, der Gruppen CoBrA und Spur sowie herausragender Einzelgänger aus den expressiv-figurativen Strömungen des 20. Jahrhunderts an die Kunsthalle Emden. Dr. Frank Schmidt, wissenschaftlicher Direktor der Kunsthalle betont: “Diese umfangreiche Schenkung von Werken höchster Qualität hat dem Museum einen entscheidenen Impuls in seiner weiteren Entwicklung gegeben. Inhaltlich war es möglich, das Fortleben des Expressionismus in der Kunst nach 1945 darzustellen. Darüber hinaus werden die durch Otto van de Loo zu uns gelangten Werke häufig für nationale wie internationale Ausstellungsprojekte angefragt und mehren so die Bekanntheit und den Ruf der Kunsthalle.”Durch diese Schenkung ergab sich auch die umfangreiche baulichen Erweiterung der Kunsthalle: der Erweiterungsbau wurde im Jahr 2000 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet.

1997 schloss die Galerie Otto van de Loo nach 40 Jahren und mehr als 250 Ausstellungen. Seit 1998 betreibt seine Tochter Marie-José eine Galerie unter eigenem Namen.