Full House für den 3. Bestandskatalog und Podiumsdiskussion

16.02.2013

In einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 16. Februar sprachen ausgewiesene Kenner der Kunstzene vor einem voll besetzten Atrium über die Frage “Wie kommt die Kunst ins Museum?”Auf dem Podium saßen Kunstfachleute, die aus unterschiedlichen Perspektiven über die Abläufe im aktuellen Kunstmarkt und das Verhältnis zwischen Künstler, Galerist, Sammlung und Museum sprachen: Stefan Kürten, Künstler aus Düsseldorf, Rik Reinking, Sammler und Kurator aus Hamburg, und Cai Wagner, Galerist aus Berlin. Als Vertreter des Museumsbetriebs und Moderater warf Dr. Frank Schmidt, Direktor der Kunsthalle, Fragen auf, die sich wohl viele Kunstfreunde immer wieder stellen: Wo kommen diese Neuzugänge her, wie und warum gelangen sie in die Sammlung der Kunsthalle oder anderer Häuser? Stefan Kürten berichtete von seinen Studienjahren im Düsseldorf der 80er Jahre, Rob Reinking plädierte für den direkten Kontakt zum Künstler und die Leidenschaft zur Kunst. Cai Wagner erläuterte an Beispielen der eigenen Praxis, wie ein guter Galerist mit Umsicht und intensiver Arbeit einen Künstler im „richtigen“ Museum platziert, in das sein Werk auch passt. Auch Kunstfreunde, Künstler und Sammler im Publikum meldeten sich engagiert zu Wort. Nicht alle Fragen konnten erschöpfend abgehandelt werden, doch die rund 100 Zuhörer erhielten einen spannenden und unterhaltsamen Einblick in die Zusammenhänge und Vorgänge in der Kunst-Welt.

Anlass der Veranstaltung war die Präsentation des dritten Bestandskataloges der Kunsthalle Emden, der die Zugänge der letzten 10 Jahre versammelt. Ulrike Finke-Duggen, Vorsitzende der Freunde der Kunsthalle e.V., die die Herstellung finanzierten, übergab symbolisch das erste Exemplar druckfrisch an Dr. Folkert Hinrichs. Der feierlichen Übergabe folgte dann ein Vortrag von Dr. Lena Nievers, die das Buchprojekt betreut hat, unter dem Titel “Making of Bestandskatalog III”, in dem sie den aufwändigen Herstellungsprozess auch für Laien interessant und erhellend darstellte. In dem umfangreichen Buch zur hauseigenen Sammlung sind alle Neuzugänge seit 2001 verzeichnet, darunter vor allem auch Geschenke von Künstlern sowie Ankäufe der Freunde der Kunsthalle e.V. Der Band hat 272 Seiten und ist als großformatiges Hardcover-Buch im Wienand Verlag, Köln, erschienen. Er verzeichnet 368 Werke von 78 Künstlern, die sämtlich mit Farbabbildungen, davon 228 großformatig, dargestellt werden, und enthält Aufsätze zu Künstlern und Werken von Christina Grevenbrock, Katharina Henkel, Kay Heymer, Lena Nievers, Maike Rieken, Sabine Schlenker und Frank Schmidt.

Zur Gründung der Kunsthalle hatte Henri Nannen 650 Kunstwerke gestiftet. Seither ist der Sammlungsbestand des Hauses auf über 1500 Werke angewachsen. Die ersten beiden Bände erschienen im Jahr 2000 und umfassen den damaligen Bestand mit der Sammlung Henri Nannen und der Schenkung von Otto van de Loo. Alle drei Bände zusammen sind derzeit für einen Komplettpreis von 75 € erhältlich.