Vorschau
2012
Karl Hofer: von Lebensspuk und stiller Schönheit
11. Februar 2012 – 17. Juni 2012
Karl Hofer (1878–1955) zählt – ähnlich wie Max Beckmann oder Oskar Kokoschka – zu den großen Einzelgängern des 20. Jahrhunderts. Während sein Frühwerk in der Tradition von Arnold Böcklin und Hans von Marées steht, findet er um 1020 zu seiner unverwechselbar eigenen Bildsprache, die ihn in die Nähe der Neuen Sachlichkeit rückt. Hofers besonderes Interesse galt stets der Darstellung des Menschen. Seine Figuren sind von spröder Schönheit und scheinen oftmals still ihren Gedanken nachzuhängen. Einmal gefundene Bildkompositionen variierte er über Jahre hinweg immer wieder. Die Ausstellung konzentriert sich deshalb auf Themen und Bilder, mit denen sich Karl Hofer stets aufs Neue künstlerisch auseinander gesetzt hat: die so genannten Mädchen mit Blumen und Jungen mit Ball, Frauenakte, Lesende, Schreibende und Musizierende, Maskeraden mit Zirkusdarstellungen, Festgesellschaften und Stillleben.
Die Ausstellung vereint rund 75 Gemälde aus Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie selten und noch nie gezeigte Werke aus privaten Sammlungen.
passage 2011 – Ein transalpines Drama
06. Mai 2012 – 09. September 2012
Im Jahr 2011 haben die beiden Künstler Wolfgang Aichner und Thomas Huber aus eigener Kraft ein selbstgebautes Boot über die Zillertaler Alpen nach Italien gezogen. Die spektakuläre Passage führte über den 3029 Meter hohen Nevessattel und fand ihren vorläufigen Endpunkt in den Kanälen von Venedig, wo sie Teil der Biennale 2011 war. Der absurde Charakter des Unterfangens nimmt bewusst Bezug auf Werner Herzogs Filmklassiker „Fitzcarraldo“. Auch die Berg- und in vielfacher Hinsicht Grenzüberschreitung von Aichner und Huber kann als letztlich sinnloses Streben verstanden werden, mittels der Kunst die Natur überwinden zu wollen. Die gesamte Reise wurde in einem knapp 30min. Film festgehalten, der nun auch in Emden zu sehen ist – ebenso wie das Boot, welches über die Kanäle der einst als „Venedig des Nordens“ gerühmten Stadt zur Kunsthalle gelangt.
Herbert Brandl
23. Juni 2012 – 9. September 2012
Herbert Brandl (*1959) lebt und arbeitet in Wien und ist seit 2004 als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf tätig. Der bekannte österreichische Künstler hat außerdem 2007 den Pavillon seines Heimatlandes auf der Biennale in Venedig bespielt – eine der bedeutendsten künstlerischen Auszeichnungen. Brandls Malerei ist zwischen Figuration und Abstraktion anzusiedeln: Deshalb lässt sein gestischer Malstil zwar beispielsweise verschiedene Landschaftstypen wie Berge oder Wälder erkennen, doch können diese in unterschiedlichen Abstraktionsgraden mal prägnanter und mal weniger deutlich hervortreten. Die Emder Schau zeigt die so genannten Monotypien, außerdem Großformate, aber auch die unbekannten kleinformatigen Bilder sowie Werke, die noch für die Ausstellung entstehen werden. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Altana Kulturstiftung, Bad Homburg, und dem Künstler konzipiert.
Das eigene Kind im Blick.
Künstlerkinder von Runge bis Richter, von Dix bis Picasso
15. September – 13. Januar 2013
Der Blick auf das eigene Kind ist subjektiv. Ist das Porträt des eigenen Kindes deshalb auch anders als das eines fremden Kindes? Die Ausstellung beginnt mit Werken von etwa 1900 und verfolgt die Frage durch die Kunstgeschichte hinweg bis heute. Im 18. Jahrhundert rückt die kindliche Entwicklungsphase erstmals ins Blickfeld. Jean-Jaques Rousseau (1712–1778)schreibt die erste Pädagogik und auch die bildende Kunst wendet sich vermehrt dem Kinderbildnis zu. Maler wie Otto Runge (1777–1810) fertigen einfühlsame Kinderportraits, in denen die jungen Porträtierten als eigenständige Persönlichkeiten dargestellt werden. In der Folgezeit bleiben das häusliche Umfeld und die eigene Familie ein wichtiges Thema. Ausgangspunkt sind zwei Werke aus dem Besitz der Kunsthalle Emden, Hermann Max Pechsteins „Hängematte I“ und August Mackes „Porträt Walter Macke mit Häschen“, in denen die beiden Expressionisten ihre jeweiligen Söhne zeigen. Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke in unterschiedlichen Medien – Gemälden, Zeichnungen oder Fotografien unter anderem von Max Liebermann, Karl Hofer, Paula Modersohn-Becker, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Christian Schad, Adrian Schoormans, Pablo Picasso oder Marc Quinn.
Hinweis für Erstbesucher der Kunsthalle:
Neben den wechselnden Ausstellungen ist stets nur ein kleiner Teil des umfangreichen Sammlungsbestandes ausgestellt. Bekannte Kunstwerke sind oftmals auch als Leihgaben an andere Museen ausgeliehen. Wenn Sie also anreisen, um ein ganz spezielles Werk oder einen bestimmten Teil der Sammlungzu sehen, empfehlen wir einen Anruf unter Tel. 04921 975050 oder E-Mail an kunsthalle@kunsthalle-emden.de. Unser Team gibt Ihnen gern Auskunft, ob das jeweilige Werk aktuell zu sehen ist.


