Astronaut Reiter berichtet über die Wirklichkeit im All

09.04.2010

Am Freitagabend hielt der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter einen Vortrag im ausverkauften Atrium der Kunsthalle Emden. Der 51-Jährige faszinierte die Gäste mit seinen Erlebnissen auf der russischen Raumstation “Mir” und der internationalen Station “ISS” und präsentierte den Gästen beeindruckende Fotos und Filmaufnahmen. „Es war schon ein unvergessliches Erlebnis, an einem Flug ins All teilnehmen zu dürfen. Aber einen Außeneinsatz durchführen zu können, war die Krönung“, berichtete Reiter, der am 20. Oktober 1995 als erster Deutscher einen “Weltraumspaziergang” machen durfte. „Die Arbeitstage waren lang und körperlich sehr anstrengend, aber vor dem Schlafengehen habe ich für ein paar Minuten den Blick auf unseren wunderschönen Planeten genossen“, so Reiter. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Reiter die Fragen der anwesenden Gäste im Atrium der Kunsthalle.

Thomas Reiter nahm 1995 an einer der längsten Raumfahrtmissionen überhaupt teil. Ein halbes Jahr lang arbeitete Reiter als Bordingenieur. Er machte deutlich, dass die Raumfahrt nicht nur faszinierend ist, sondern auch wichtige und nützliche Erkenntnisse für Wissenschaft, Forschung und Medizin mit sich bringt. Reiter führte während seiner Mission unter anderem physikalische und medizinische Experimente durch. Auf einer seiner Missionen war auch eine sogenannte Weltraum-Touristin mit an Bord. Seine anfängliche Skepsis sei aber bald gewichen, so Reiter. Die “Urlauberin” habe sich gut ins Astronauten-Team eingebracht. Gastgeberin Eske Nannen, Geschäftsführerin der Kunsthalle Emden, und die rund 130 Gäste in der Kunsthalle zeigten sich beeindruckt von den Impressionen aus dem All.