Altmeppens “Norddeutsche Landschaft” als riesiges Fassadenbild

17.10.2014

Die „Norddeutsche Landschaft“ des Malers Heiner Altmeppen ist eines der Lieblingsbilder vieler Besucher der Emder Kunsthalle. Seitdem das Werk des gebürtigen Leeraners auch in der  Aussenwerbung für die Kunsthalle eingesetzt wird, hat es große Bekanntheit erlangt und steht geradezu sinnbildlich für das Museum und die ganze die Region.  Nun hat die Bevölkerung von Wilhelmshaven in einem Leserbefragung der örtlichen Zeitung entschieden, dass genau dieses Bild als großes Fassadengemälde in der Innenstadt realisiert werden soll. Die Wilhelmshaven Touristik GmbH hat Bernd Frerichs als Eigentümer des zentral gelegenen Gebäudes Bismarckstraße 148 gewinnen können, das Werk an sein Haus anbringen zu lassen, unterstützt von der Firma Gerüstbau und Oberflächentechnik Nietied. Der Maler Buko Königshoff hat es in den letzten Wochen dort in der Größe 9,4 x 7,4 m realisiert. Das Werk wurde am 17.10.2014 von Andreas Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, eingeweiht.

Heiner Altmeppen konnte leider nicht selbst an der Einweihung teilnehmen, doch in einem einem schriftlichen Grusswort an die Gäste erläutert er sein Bild und dessen Entstehung noch einmal sehr aufschlussreich:

Ich fühle mich durch die Entscheidung, die “Norddeutsche Landschaft” als Vorlage für das Wilhelmshavener Fassadenbild zu nehmen, sehr geehrt. Geboren in Leer, aufgewachsen in Ppenburg, ausgebildet an der Kunsthochschule in Hamburg traute ich mir Ende der 70er Jahre zu, eine Version vom Erleben meiner großräumigen norddeutschen Heimat zu malen. Zwei Dias, die ich 1979 auf der A1 aus meinem rostigen R4 im Vorbeifahren von der Skyline von Bremen und Bremen-Vahr geschossen hatte, wurden zu Kristallisationspunkten für eine Bildvorstellung, in der viele intensive und begeisternde Erlebnisse des norddeutschen Raumes und seines besonders eindrücklichen Himmels zusammenkamen.

Erkennbar waren zum Zeitpunkt des Entstehens allenfalls noch die Bauten von Bremen-Vahr rechts im Bild. Von den anderen Bremer Gebäuden ist außer dem damals noch stehenden Gasometer nicht viel übrig geblieben, sie mussten im gemalten Bild erfundenen – wie ich mich einbildete: futuristischen – Gebäuden weichen. Von zahlreichen anderen Eindrücken und Fotos möchte ich nur noch einen nahezu kosmischen Himmel über Norderney erwähnen, den ich glücklicherweise 1972 auch fotografieren konnte. Teile davon sind in der “Norddeutschen Landschaft” verarbeitet worden.

Das was hier heute passiert, werte ich als einen ziemlich sicheren Hinweis darauf, dass viele Menschen hier im Norden unsere Landschaft ähnlich erlebt haben wie ich, und dass sie ihre Gefühle in dem Gemälde wiederfinden können. Das genau ist die von wohl den meisten Künstlern ersehnte Rezeption.”

Dieses Bild ist bereits das zweite Fassadengemälde in Wilhelmshaven. Der Initiator des Projekts Michael Diers, Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH, hat noch viele Ideen für weitere Fassadenbilder nach populären Meisterwerken großer Künstler in Wilhelmshaven.